Urwüchsig
An den Steilküsten im Westen zeigen Wind und Wellen ihre beeindruckende Kraft: Verwitterte Felsen ragen bis zu vierzig Meter aus der Ostsee empor.
Gotland ist ein Kalksteinplateau, das sich nach der letzten Eiszeit aus dem Meer erhoben hat. Seit zehntausend Jahren haben Meer und Wetter an seinen Rändern bizarre Figuren entstehen lassen:
Im Süden bewacht der Hoburgsgubben, der „Alte von Hoburg“, die Insel, ein mächtiger Fels, dessen Relief die Fantasie beflügelt.
Im Norden trotzt ein ganzes Bataillon ausgemergelter Gestalten den Kräften der Erosion: Die Raukar stehen als Monolithe am Strand oder überragen im Landesinneren die Weiden.
Besonders beeindruckend sind die Raukar auf der Insel Fårö im Norden Gotlands. Dorthin pendelt eine kostenlose Autound Personenfähre im halbstündlichen Takt. Wacholderheiden, alte Steinmäuerchen, windgepeitschte Kiefern und winzige Fischerhütten wie in Helgumannens Fiskeläge prägen das Bild einer urtümlichen Kulturlandschaft. Die meisten und wohl schönsten Raukar Gotlands stehen an der Nordwestspitze.
Zu den Felsformationen von Digerhuvud führt eine einsame Küstenstraße wie bis ans Ende der Welt.
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